22.07.10
Mit einem aktuellen Antrag NR 1924 an die Stadtverordnetenversammlung wollen die FREIEN WÄHLER in Form einer parteiübergreifenden Resolution internationale Bemühungen um den ungestörten Erhalt des Serengeti-Nationalparks im afrikanischen Staat Tansania unterstützen. Bislang plant die tansanische Regierung den Bau einer Landstraße für Autos und Lastverkehr, die quer durch den nördlichen Parkabschnitt in einer Länge von rund 70 Kilometern verlaufen soll. Diese Pläne stellen eine große und ernste Gefahr für die weltweit größte alljährliche Tiermigration dar, nämlich dem Millionenzug der Gnus und Zebras durch die Serengeti.
Die Initiative der FREIEN WÄHLER nimmt Bezug auf die besondere Beziehung der Stadt Frankfurt und dem Serengeti Nationalpark und einen damit untrennbar verbundenen berühmten Namen: Prof. Bernhard Grzimek, der verstorbene legendäre Direktor des Frankfurter Zoos und Schöpfer der Filmdokumentation "Serengeti darf nicht sterben", die 1959 Weltruhm erlangte und entscheidend zur Erhaltung der letzten Großtierwanderung auf der Erde beitrug. Prof. Grzimeks Vermächtnis wird seit langem von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurts (ZGF) wissenschaftlich und finanziell im Serengeti-Nationalpark gepflegt und weiterentwickelt.
Kürzlich hat die ZGF ihre Sorge um die weitere Entwicklung in Afrika öffentlich gemacht, nachdem es offenbar nicht gelungen war, die Verantwortlichen in Tansania von den Straßenbauplänen in internen Gesprächen abzubringen. Selbstverständlich bestreiten weder die ZGF noch gar Frankfurter Kommunalpolitiker das Recht Tansanias, verkehrsgerechte und ökonomische Entscheidungen zur weiteren Entwicklung des riesigen Landes zu treffen. Es gibt allerdings zu der geplanten Straße durch den Nordteil der Serengeti eine in jeder Beziehung plausible Variante, die südlich des Nationalparks entlangführen würde und die Gnu-Migration nicht in Gefahr brächte.
Die Resolution soll mit dem gebotenen Respekt die tansanische Regierung, an der Spitze Präsident Jakaya Mrisho Kikwete, dazu bewegen, das Erbe Prof. Grzimeks und seines Freundes Julius Nyerere, Gründungspräsident der Vereinigten Republik Tansania, nicht zu verspielen. Am Ende von Prof. Grzimeks legendärem Film heißt es: "Diese letzten Reste des afrikanischen Tierlebens sind kultureller Gemeinbesitz der ganzen Menschheit, genau wie die Kathedralen, die antiken Bauten, wie die Akropolis, der Petersdom und der Louvre in Paris." Die Stadtverordneten sind es einer der bedeutendsten Persönlichkeiten, die in Frankfurt mit großer internationaler Ausstrahlung gewirkt haben, schuldig, ein großes Erbe zu würdigen und zu wahren.
PRESSEMITTEILUNG 46/2010
Frankfurt/Main, 22. Juli 2010
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