13.06.10
Immer mehr im Krieg zerstörte Häuser der Frankfurter Altstadt werden im Laufe der nächsten Jahre eine Wiedergeburt erleben. Gegen viele Widerstände und Mäkeleien setzt sich die einst als chancenlos bezeichnete, als ,reaktionär' verdammte Initiative der FREIEN WÄHLER unwiderstehlich durch, bei der Neugestaltung des Areals zwischen Römer und Dom der Stadt Frankfurt ein wichtiges Stück seiner historisch gewachsenen Gestalt zurück zu geben. Alles deutet nun darauf hin, dass nicht nur die acht politisch abgesicherten Rekonstruktionen gebaut werden, sondern mindestens 13 weitere Häuser aus den Vorkriegsepochen die Frankfurter und ihre Gäste aus aller Welt erfreuen werden.
Der Andrang von Investoren, die historische Gebäude rekonstruieren wollen, übertrifft alle Erwartungen, bestätigt aber zwei Einschätzungen der FREIEN WÄHLER: Erstens ist die Idee der Rekonstruktion von Teilen der 1944 im Bombenhagel verlorenen Altstadt keineswegs rückwärtsgewandt, sondern vielmehr eine Idee, deren Zeit endlich gekommen war und ist - wenngleich mit jahrzehntelanger Verzögerung. Zweitens zeigt sich, dass die Bauherren ihr Geld nicht grundsätzlich für die mal schrillen, mal monotonen Schöpfungen einer erschöpften architektonischen Moderne investieren wollen, sondern ihre Bereitschaft mittlerweile geradezu von der Bewilligung weiterer Rekonstruktionen abhängig machen. Damit leisten sie einen großartigen Beitrag zu einer der erfolgreichsten und nachhaltigsten Frankfurter Bürgerinitiativen.
Was für viele Architekten, für Ideologen der sogenannten ,Moderne' und geschichtsvergessene politische Kräfte leider immer noch oft ein Übel und eine Provokation darstellt, wird für den Großteil der Bürgerinnen und Bürger, wird für Frankfurt langfristig ein großer Gewinn sein. Denn mit den rekonstruierten Häusern findet die Stadt nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich, nämlich in ihrer historischen Identität, zurück zu jener gesunden Selbstgewissheit, die gerade in den kommenden unsicheren Zeiten für die Gemeinschaft und das Gemeinwesen so wichtig sein wird.
Den FREIEN WÄHLERN, die mit dem inzwischen schon legendären Antrag NR 1988 aus dem Jahr 2005 - damals sehr kurzsichtig abgelehnt von CDU, Grünen und SPD -, die Idee der Rekonstruktion zum politischen Thema machten, war es von Anfang an wichtig, den Zusammenhang zwischen der Rückgewinnung äußerer und innerer Stadtidentität deutlich zu machen. Am Ende des besagten Antrags formulierten wir damals: "Die hiermit angestrebte Lösung für die Neugestaltung respektiert die Stadt- und Baugeschichte Frankfurts, verspricht hohe Popularität, ist ein wichtiges Stück Stadtheilung und historischer Brückenschlag zwischen den Epochen. Nicht zuletzt ist diese Lösung ein rentables Projekt für Investoren, die damit zugleich einen unschätzbaren Beitrag zur Zukunft der Stadt und des Standorts leisten könnten."
Die Wiedergeburt eines Teils der Altstadt ist das positive Bekenntnis zu einer Stadtgeschichte, die viel länger währt als nur die zwölf Jahre des Unheils zwischen 1933 und 1945. Denn Frankfurts Geschichte ist Teil der viele Jahrhunderte langen und reichen Geschichte Deutschlands. Den Investoren für weitere Rekonstruktionen mag das bewusst sein oder auch eher unbewusst: Sie tragen in wertvoller, kaum zu überschätzender Weise bei zu diesem positiven Bekenntnis. Dafür soll, dafür muss Frankfurt ihnen dankbar sein. Die FREIEN WÄHLER sind besonders dankbar!
PRESSEMITTEILUNG 37/2010
Frankfurt/Main, 13. Juni 2010
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