20 Frauen, auf die Frankfurt stolz ist und die bei der Integration dringend gebraucht werden

28.01.10

Freie Wähler begrüßen Initiative türkischstämmiger Frauen

Es gibt auch noch gute Nachrichten in Sachen Integration: Die neue  "Frankfurter Initiative progessiver Frauen" (Frainfra), ein Zusammenschluss beruflich erfolgreicher Frauen türkischer Herkunft, ist eine solche gute Nachricht. Endlich melden sich diejenigen vernehmlich zu Wort, die sich aus eigener Kraft einen guten Platz in unserer Gesellschaft erarbeitet haben und die selbstverständlich eine echte Bereicherung für Frankfurt und Deutschland sind. Auch wenn diese Initiative in verschiedenen politischen Fragen andere Anschauungen haben dürfte als die Freien Wähler, sind die mutigen Frauen doch ein ganz wichtiges neues Element in der laufenden Diskussion um Integration und verdienen Beachtung und Unterstützung.

Einen besseren Beweis als diese Initiative dürfte es nicht für die Forderung geben, das Integrationsproblem endlich vom Kopf auf die Füße zu stellen: Einwanderer werden nicht integriert - sondern sie integrieren sich. Jede der 20 Frauen von "Frainfra" hat das auf ihre Weise geschafft. Mancher Weg war gewiss nicht einfach, aber der Bildungs- und Berufserfolg der 20 Frauen zeigt auch: Wer den Willen zur Integration hat, kann es dieser Stadt und diesem Land schaffen. Dass die erfolgreichen Frauen jetzt denen helfen wollen, die es aus familiären oder anderen Gründen noch schwer haben, den gleichen Weg zu gehen, ist bewundernswert und gibt Anlass zu großen Hoffnungen.

Sehr irritierend dürfte die Initiative für all jene ein, die beim Thema Integration nur immer Diskriminierung, Religionsfreiheit für den Islam und das Recht auf Kopftücher beschäftigt. Die Frankfurter Zahnärztin Dr. Ezhar Cezairli, Mitglied der Islamkonferenz, forderte anlässlich der Gründung der Initiative ein absolutes Kopftuchverbot in deutschen Schulen, Hochschulen und Behörden. Und die Diplom-Informatikerin Zeliah Dikmen sprach von der "schleichenden Islamisierung der Gesellschaft". Und sie fügte hinzu: "Wir als Türkischstämmige können das offener sagen. Den Deutschen wird gleich Fremdenfeindlichkeit nachgesagt".

Diese Äußerung von Frau Dikmen ist beschämend für eine Gesellschaft, in der Feigheit vor und Anbiederung an Intoleranz noch immer dominieren. Die Initiative der 20 Frauen, die sich eindeutig von islamischen Organisationen distanziert, gibt aber all jenen Mut, die sich nicht scheuen, Islamisierung, Kopftücher und Minarette als keine Bereicherung, sondern als Bedrohung für die freiheitliche Demokratie zu benennen. Wenn die Frauen der Initiative darauf Wert legen, ihre Identität aus der Herkunftskultur nicht zu verleugnen, kann ihnen seitens der Freien Wähler nur zugestimmt werden: Integration bedingt nicht Verleugnung der Herkunft, sondern die aktive Akzeptanz der deutschen Kultur, die  bereichert wird, wenn selbstbewusste und mutige Frauen wie die von "Frainfra" zeigen: Integration geht!

PRESSEMITTEILUNG 8/2010

Frankfurt/Main,  28. Januar 2010